Wenn wir nur diese eine Sache einhalten würden
Donnerstag, 16.Juli 2009
…dann wären die Beziehungen untereinander und überhaupt die Gemeinschaft unter Christen wesentlich besser und unproblematischer. Jesus hat uns dafür einen 3-Schritte-Plan gegeben, wie man Konflikte zwischen einander richtig lösen kann. Leider befolgen wir diese Schritte selten und haben deshalb viele Schwierigkeiten in der Gemeinde!
von Johannes Braun
Letzte Woche habe ich euch von den 5 lebensverändernden Predigten Jesu erzählt, die im Matthäusevangelium dokumentiert sind. Es ist doch wirklich erstaunlich, wie man über Matthäus hinwegliest und in der Regel gar nicht realisiert, dass z.B. das Kapitel 18 eine Predigt von Jesus über „Gemeinschaft“ ist. Wie funktioniert Gemeinschaft oder Gemeinde richtig? Darüber würden sich vor allem viele gestresste Leiter doch gerne eine Predigt anhören – hier haben wir nun eine Predigt von Jesus über Gemeinschaft – wie genial!
Es ist interessant, welche Punkte Jesus in dieser Predigt aufgreift – es scheint sich um die wesentlichen Aspekte zu handeln, die Liebe untereinander praktisch werden lassen. Da geht es um Vergebung, geistliche Einheit im Gebet und Demut – und Jesus greift diesen 3-Schritte-Plan auf, der so vieles, was es an Verletzungen und Missverständnisse in den Gemeinden gibt, beseitigen würde – wenn wir ihn nur einhalten würden.
Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhe.Hört er aber diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch die Gemeinde nicht, so gelte er dir wie ein Heide und Zöllner. (Mt 18,15-17)
Kennst du folgende Situation: Du bist „angenervt“ von einer anderen Person, vielleicht hat sie dich irgendwie falsch behandelt oder etwas gesagt, das tatsächlich verletzend war. Du bist betroffen und das normalste, was wir dann tun, wir suchen uns einen „Vertrauten“ mit dem wir über diese Person reden. Dieses Reden neigt logischerweise dazu, eher negativ und zuweilen auch verurteilend zu sein, deshalb behandelt mein vertrauter Gesprächspartner von diesem Zeitpunkt an diese Person auch eher reserviert und misstrauisch, obwohl nur ich es war, der von der Person verletzt wurde. Wenn es ganz dumm kommt, dann macht die Information anschließend die Runde und am Ende steht diese Person wegen ihres Fehlverhaltens am Pranger – jeder weiß, was gelaufen ist, alle reden darüber, nur nicht mit der Person, die den Fehler begangen hat – sie wird eher gemieden, spürt die „nonverbale“ Ablehnung der Gruppe und beginnt sich zu schämen.
Ich muss, denk ich, niemandem erklären, dass solche Situationen die Beziehungen untereinander mit Misstrauen füllen. Man kann sich nicht mehr in die Augen sehen und weiß, dass der andere „hintenrum“ über dich redet. Allein diese Tatsache ist schon wieder verletzend!
Der 3-Schritte-Plan Jesu
Um dem vorzubeugen und um Ehre, Respekt und Vertrauen zu sichern, gibt uns Jesus diesen 1. Schritt. Ich weiß, es ist ein sehr schwieriger Schritt, und er entspricht so gar nicht unserem verdorbenen Charakter, sich gerne über andere zu unterhalten und sich dadurch die Bestätigung ihrerseits zu sichern – aber es ist der göttliche Weg, der Weg der Ehre! Jesus sagt, wenn einer an dir sündigt, dann gehe hin und rede zuerst mit ihm allein unter 4 Augen – konfrontiere die Person, liebevoll aber ehrlich und ich kann dir versichern, das bringt in vielleicht 80% der Fälle schon die Lösung mit sich. Die andere Person kann sich dann entschuldigen – hat überhaupt die Chance dazu, sich zu ändern. Auch wenn es konfrontierend ist und vielleicht wehtut, trotzdem wird die Person, die den Fehler begangen hat durch das 4-Augen-Gespräch geehrt. Erst wenn jemand nach dieser Konfrontation nichts einsieht ist es dran eine andere Person einzuschalten, die dann an einem weiteren Gespräch teilnimmt als Vermittler (das könnte z.B. der Leiter oder Pastor sein) – und wenn das nicht fruchtet, kommt der Fall vor die ganze Gruppe, so dass alle den Konflikt mitbekommen.
Wie viele Konflikte werden in chrsitlichen Gruppen „unter der Hand“ und „hintenrum“ im Prinzip in der ganzen Gruppe ausgetragen – man spricht nicht miteinander von Angesicht zu Angesicht, tut vielleicht noch freundlich und fromm aber innen drin brodelt Hass und Ablehnung. Schon viele Gemeinden sind deshalb entzweit und Beziehungen zerstört worden. Wenn wir doch nur den Mut hätten, direkt mit der Person zu reden, die uns verletzt hat!
Du sagst vielleicht: „Ich weiß ja nicht wie der andere reagiert? Vielleicht sieht er ja gar nichts ein und verletzt mich wieder?“ – Ja, das mag sein. Es wird immer wieder so sein. Aber ist das nicht LIEBE, wenn wir diesen riskanten Schritt trotzdem wagen und aufeinander zugehen bevor wir mit anderen darüber reden? Wie viel schlechtes Reden, Gerüchte und Verleumdungen würden durch diesen Weg aus der Gemeinschaft verschwinden. Das wäre doch eine enorme „entgiftung“der Gemeinde.
Fazit
Ich fordere dich heute dazu auf, diesen 3-Schitte-Plan Jesu zu befolgen – d.h. wenn du irritiert bist von einem Glaubensbruder, dann triff den Entschluss zuerst zu ihm hinzugehen und mit ihm darüber zu reden, bevor du dich bei anderen über ihn beschwerst. Lebe mit dem Entschluss, dass du nie wieder Dinge an Menschen weitererzählen willst über andere, die du den Betreffenden nicht genauso auch ins Gesicht sagen könntest. Ich kann dir sagen, das ist echt herausfordernd! Aber du wirst schon bald die Frucht davon sehen – es ist schließlich der göttliche Weg.
LG Johannes
