Wahre Anbetung - "DU bist die Braut!"
Mittwoch, 25.November 2009
Als wir als Familie im August Urlaub machten, hatte ich eines Nachts einen ungewöhnlichen Traum: Meine Aufgabe war es, in meiner Gemeinde über Lobpreis und Anbetung zu lehren.
von Mavid Fuchs
Im Traum dachte ich angestrengt darüber nach, welchen Aspekt von diesem doch recht großen Themenkomplex ich für die Predigt wählen sollte. Immer klarer wurde mir (im Traum) dass ich über „wahre Anbetung“ Predigen sollte. Weil mir klar war, dass das die Predigt nicht einfacher machen würde dachte ich immer angestrengter nach, und schließlich erwachte ich mit einem klaren Satz im Kopf: „Schau dir den Unterschied zwischen den Töchtern Jerusalems und der Braut im Hohen Lied an.“ Das war Gottes Antwort auf meine Frage im Traum! Am nächsten Morgen vergrub ich mich in meiner Bibel, und schreibe euch drei Punkte von dem, was mir bis jetzt klar wurde und mich am Spannungsverhältnis zwischen den „Jerusalem Girls“ und der wahren Braut bewegt.
- Die
(meiste) Kommunikation zwischen Braut und Bräutigam besteht daraus, dass
einer dem anderen faszinierend bildreich und hochemotional beschreibt, wie
lieblich, schön und wertvoll der andere ist. Es geht dem Einen immer ausschließlich
um den Anderen. Dabei bestimmt allein die Liebe die Form und den Ausdruck
ihrer Sprache.
- Die
Braut kennt den König persönlich. Die Töchter Jerusalems dagegen sind zwar
in Jerusalem, der Stadt des Königs, aber sie kennen den König nicht
persönlich. Deshalb fragen sie ziemlich naiv – es geht immerhin um ihren
König! – „Was ist dein Geliebter
vor den anderen Geliebten, dass du uns so beschwörst?“ (HHL 5,9) Die
Antwort der Braut zeigt, wie sehr sie jeden Teil der Person des Königs ins
Herz hinein erkannt hat, liebt und verehrt (HHL 5,10-16). Das erinnert
mich an den älteren Sohn in Lk 15: der Ältere ist allezeit im Haus des
Vaters, aber hat den Vater nicht erkannt.
- Die Braut sucht den Bräutigam auch nachts leidenschaftlich. Sie sucht ihn trotz des Risikos, missverstanden und von den Wächtern der Stadt geschlagen zu werden (HHL 3,1-2; 5,6-8). Die Töchter Jerusalems brauchen zu der Zeit wohl ihren Schönheitsschlaf, denn sie kriegen es nicht mal mit, wenn der Bräutigam verschwindet (HHL 6,1) und brauchen eigentlich Hilfe und Motivation zum Suchen.
Hand aufs Herz: auf einer Skala zwischen 1 und 10 – wie sieht dein Lobpreis aus? Mehr Tochter Jerusalems oder mehr Braut? Zentriert deine Anbetung sich leidenschaftlich um die Person deines Königs, weil du ihn zutiefst liebst und verehrst? Bist du bereit für diese Art des Lobpreises Missverständnisse oder (verbale) Schläge zu ertragen? Suchst du den Herrn auch nachts, oder wenn es in deinem Leben kalt und dunkel ist?
Wenn deine Antwort ja ist, dann kann ich dir bestätigen: Du bist die Braut.

